Grußworte

Grußwort von S. E. Sir Sebastian Wood, Botschafter des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland in der Bundesrepublik Deutschland

Gerne habe ich die Einladung der IHK Ostwestfalen, bei ihrer 15. Internationalen Begegnungswoche eine Rede zu halten, angenommen. Jetzt ist es wichtig, dass wir die Gesprächskanäle zwischen unseren beiden Ländern aufrechterhalten und uns vor Augen führen, was bei den Austrittsverhandlungen auf dem Spiel steht.

Wirtschaftlich sind unsere Länder eng verflochten: Großbritannien ist für Deutschland der zweitwichtigste Exportmarkt weltweit. Deutsche Unternehmen in Großbritannien beschäftigen mehr als 350.000 Arbeitnehmer und erwirtschaften einen Umsatz von 173 Milliarden Euro – mehr als in jedem anderen europäischen Land. In Deutschland kommt jedes zehnte ausländische Unternehmen aus Großbritannien.
Großbritanniens Beziehungen zu dieser Region sind besonders stark: Ein Drittel der britischen Ausfuhren nach Deutschland fließen nach NRW – mehr als nach Indien. Umgekehrt ist Großbritannien für NRW der drittwichtigste Markt hinter den Niederlanden und Frankreich. Mit 345 britischen Unternehmen und ihren 61.000 Beschäftigten in der Region ist Großbritannien auch ein großer Investor in diesem Bundesland.
Auch in anderen Bereichen – zum Beispiel der Kultur, Wissenschaft und Bildung – sind wir so eng miteinander verbunden wie nie zuvor. Jedes Jahr besuchen über 3 Millionen Deutsche Großbritannien, Tendenz steigend. Über 2 Millionen Briten kommen jährlich nach Deutschland, mehr als 100.000 haben dieses Land zu ihrem Zuhause gemacht. Ein Viertel davon lebt hier in NRW.

Großbritanniens Austritt aus der EU bedeutet einen gewaltigen institutionellen Umbau. Die Form unserer Beziehungen zum Rest Europas wird sich komplett verändern. Was aber äußerst wichtig bleibt, ist der Inhalt unserer Beziehungen. Am wichtigsten ist es, dass wir die Austrittsverhandlungen konstruktiv führen, und nicht konfrontativ. Deshalb wird es wichtig sein, dass wir nicht nur über die Einzelheiten des Austritts sprechen, sondern auch über unser zukünftiges Verhältnis. Wir müssen eine neue Partnerschaft zwischen Großbritannien und der EU gestalten, die so eng wie möglich ist.

S.E. Sir Sebastian Wood, KCMG
Botschafter des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland
in der Bundesrepublik Deutschland

Grußwort von S. E. Dr. Peter Ammon, Deutscher Botschafter im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland

Die Bundesrepublik Deutschland und das Vereinigte Königreich verbindet eine enge Freundschaft auf dem Fundament gemeinsamer Werte, Interessen und Geschichte. Unsere politischen, wirtschaftlichen und kulturellen bilateralen Beziehungen haben heute eine nie gekannte Intensität erreicht. Das Vereinigte Königreich ist traditionell einer unserer wichtigsten Handelspartner.

Vor dem Hintergrund unserer weitgespannten und engen Beziehungen bedeutet das Ergebnis des britischen Referendums vom 23. Juni 2016, aus der EU auszutreten, eine tiefe Zäsur. Ihre Tragweite erschließt sich erst allmählich.

Die britische Regierung hat am 29. März 2017 der Europäischen Union ihren Austritt formell mitgeteilt und damit das Austrittsverfahren nach Artikel 50 des EU-Vertrages eingeleitet. Sie hat aber auch deutlich gemacht, dass Großbritannien eine positive und konstruktive Partnerschaft mit der EU für die Zukunft anstrebt. Daher hoffe ich sehr, dass wir die mit dem Brexit verbundenen Herausforderungen im partnerschaftlichen Geist unserer guten Beziehungen gemeinsam konstruktiv lösen werden. Es liegt im besonderen Interesse gerade von uns Deutschen, dabei den Zusammenhalt der EU zu stärken und die Einheit des Binnenmarktes zu wahren.

Ich begrüße es sehr, dass die diesjährige internationale Begegnungswoche der IHK Ostwestfalen das Vereinigte Königreich als Partnerland ausgewählt hat. Der Gesprächs- und Informationsbedarf ist auf beiden Seiten jetzt besonders groß. Die zur Verfügung stehenden Plattformen zum Austausch können intensiv genutzt werden, um auch künftig das auch nach dem Brexit existierende erhebliche Handelspotential auszuschöpfen. Die Begegnungswoche bietet hierzu eine hervorragende Gelegenheit. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg und anregende Gespräche. 

S.E. Dr. Peter Ammon
Botschafter der Bundesrepublik Deutschland
Im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland

Grußwort des Präsidenten der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, Wolf D. Meier-Scheuven

Der Ausgang des "Brexit"-Referendums war für die meisten Unternehmen ein Schock, ist das Vereinigte Königreich doch traditionell einer der wichtigsten deutschen Handelspartner.

Im letzten Jahr betrug das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern 122 Milliarden Euro. Damit ist Großbritannien Deutschlands fünftwichtigster Handelspartner. Bei den deutschen Exporten steht das Land sogar auf dem dritten Platz (86 Milliarden Euro). Etwa 750.000 Arbeitsplätze hängen hierzulande vom Handel mit dem Königreich ab. Deutsche Unternehmen haben bis jetzt insgesamt 121 Milliarden Euro in eigene Produktionsstätten und Betriebe vor Ort investiert. Es gibt circa 2.500 Niederlassungen deutscher Firmen, die fast 400.000 Mitarbeiter beschäftigen. Auch rund 400 Unternehmen aus Ostwestfalen exportieren nach Großbritannien.

Der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union wiegt daher umso schwerer. Wir wünschen uns nun, dass die Unsicherheit möglichst bald endet und die Austrittsverhandlungen möglichst wirtschaftsfreundlich gestaltet werden. Unser Appell an die Politik lautet, dass Hindernisse im Warenverkehr und zusätzliche Bürokratie möglichst gering ausfallen müssen.

Im Rahmen unserer 15. IHK-Begegnungswoche nehmen wir den wichtigen Markt jenseits des Kanals in den Blick. Gemeinsam mit Unternehmen und Partnern wollen wir diskutieren, wie es weitergeht. Wir bieten eine Menge nutzwerter Informationen und eine Plattform zum fachlichen Austausch. In insgesamt sieben Veranstaltungen werden wir unseren altvertrauten Handelspartner neu betrachten. Der Schwerpunkt liegt wie immer auf wirtschaftlichen Aspekten. Daneben spielen aber auch kulturelle und – unvermeidlich – politische Gesichtspunkte eine Rolle.

Ich lade Sie ganz herzlich ein, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Informieren Sie sich, sammeln Sie Anregungen und Erfahrungen für Ihre Geschäfte im Vereinigten Königreich.

Wolf D. Meier-Scheuven
Präsident der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld

Veranstalter

Eine Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer.

Ansprechpartner

INES RATAJCZAK
IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
(verantwortlich f. d. Gesamtkonzept)
Elsa-Brändström-Straße 1 - 3
33602 Bielefeld
Telefon 0521 554-101
E-Mail

ANGELA VAN DEN BROEK
Marketing- und Kommunikations-Beratung
(Idee und Realisation)
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